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AktuellesKaninchen-Impfung nicht vergessen

März, April und Mai sind für Kaninchenbesitzer die klassischen Impfmonate. In der Regel werden die Kaninchen gegen Myxomatose und RHD (Chinaseuche) geimpft. Für beide Impfungen gibt es heute einen Impfstoff, der nur einmal im Jahr gegeben werden muss. In den letzten Jahren ist eine zweite Variante des RHD-Virus hinzugekommen, welches auch in Deutschland immer wieder nachgewiesen wird. Die Möglichkeit einer Impfung besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt.

Unsicher sind sich manche Tierhalter, ob eine Impfung gegen Myxomatose für Kaninchen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden überhaupt vonnöten ist. Ganz klar sind diese Tiere ebenfalls gefährdet.


Myxomatose:

Das Myxomatosevirus wird durch blutsaugende Insekten wie Kaninchenfloh oder Stechmücke sowie durch Milben, Zecken oder Läuse übertragen. Die Myxomatose ist eine akut verlaufende Allgemeinerkrankung bei Kaninchen, die durch das Auftreten von Unterhautödemen, schweren Augenentzündungen und knotigen Wucherungen in der Unterhaut gekennzeichnet ist und häufig tödlich verläuft. Betroffen sind vor allem das europäische Kaninchen und davon abstammende Hauskaninchenrassen.

Nach epidemischer Etablierung kann es zu einem raschen Virulenzverlust des Virus kommen, welches zunehmend zu milderen Verläufen führen kann. Das infizierte Kaninchen scheidet den Erreger mit allen Sekreten aus. Die Verbreitung der Erkrankung durch Stechmücken erfolgt besonders in der warmen Jahreszeit. Eine frühzeitige und regelmäßige Impfung sowie eine insektendichte Abschirmung während dieser Jahreszeit sind zu empfehlen.

Die Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD):

Die RHD ist eine hoch ansteckende Viruserkrankung der Kaninchen. Sie trat erstmals 1984 in China auf. Deshalb ist sie auch unter dem Namen "Chinaseuche" bekannt. Mittlerweile hat sich die Seuche nahezu weltweit ausgebreitet und kommt überall dort vor, wo das europäische Wildkaninchen heimisch ist. Erreger der RHD ist ein Calicivirus, das äußerst widerstandsfähig ist und in der Umwelt bis zu drei Monate überleben kann. Infizieren können sich Kaninchen über direkten Kontakt mit Sekreten infizierter Tiere sowie über kontaminiertes Futter und andere Gegenstände. Aber auch Fliegen können den Erreger auf Kaninchen übertragen. Nach der Infektion kommt es innerhalb von drei Tagen zur Erkrankung.

Etwas Besonderes ist die sogenannte "altersbedingte Resistenz". Jungtiere erkranken erst, wenn sie bei der Infektion sechs bis zehn Wochen alt sind. Jüngere Tiere, die sich infizieren, erkranken nicht, sind dafür aber ihr Leben lang immun gegen den Erreger. Die Impfung sollte deshalb so früh erfolgen, dass die Tiere geschützt sind, wenn sie in das Alter kommen, ab dem sie erkranken können.

In der Regel erfolgt in der Tierarztpraxis eine Impfung ab der 4. - 6. Lebenswoche.





© Kleintierpraxis Dipl. vet. med. Frank Wittmiß 2012